Filmfest Hamburg zeigt in acht festen und weiteren, jährlich wechselnden Sektionen um die 120 nationale und internationale Spiel- und Dokumentarfilme als Welturaufführung, Europapremiere oder deutsche Erstaufführung. Das Programmspektrum reicht von cineastisch anspruchsvollen Arthouse-Filmen bis hin zum innovativen Mainstreamkino.
Filmfest Hamburg präsentiert die ersten Produktionen junger deutscher und internationaler Filmemacher ebenso wie die Filme großer Regisseure. Darüber hinaus bringt es besonderes deutsches TV-Filmschaffen einmalig auf die große Leinwand.
Oscar-Preisträger und -Nominierte wie Clint Eastwood, Jodie Foster, Christoph Waltz und Julian Schnabel, Dogma-Gründer Lars von Trier sowie deutsche Regisseure wie Wim Wenders, Fatih Akin, Andreas Dresen und Tom Tykwer bilden die ganze künstlerische Vielfalt des Festivals ab.
Ein breites Rahmenprogramm für Fachbesucher und Interessierte macht Filmfest Hamburg zu einem wichtigen Treffpunkt für die Film- und Medienbranche in Deutschland.
2011 ging das 19. Filmfest Hamburg mit folgenden Sektionen an den Start:
NordlichterEin Blick auf die Filmlandschaft des Nordens. Elf Spiel- und Dokumentarfilme öffneten Fenster vom Millerntor über Bingo-Hallen in Schleswig-Holstein bis in die chinesische Provinz.
Drei Farben GrünIm letzten Jahr bewährt und auch 2011 wieder mit dabei: Filme zum Thema Umwelt. Zehn Dokumentarfilme zeigten, wo es brennt auf dem Planeten und was wir dagegen tun können.
Agenda 1139 Filme aus 30 Ländern boten einen Querschnitt des Weltkinos: Von jungen US-Independents und politischen Filmen aus der arabischen Welt bis zur großen Kinokunst aus Russland.
VitrinaIn diesem Schaufenster für aktuelle Filmproduktionen aus spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern waren in diesem Jahr 13 Spiel- und Dokumentarfilme von der iberischen Halbinsel und aus Lateinamerika zu sehen, u.a. Roadmovies aus Argentinien und Spanien oder Coming-of-Age-Porträts aus Mexiko.
Voilà!Der Überblick über das frankophone Filmschaffen. Mit zwölf neuen Filmen aus Frankreich, Belgien, Tunesien, Burkina Faso, Mali und Kanada.
EurovisuellDie Publikumserfolge aus anderen europäischen Ländern. Mit Kinohits aus Belgien, Dänemark, Island, Norwegen, Lettland, Estland und den Niederlanden.
Island DeluxeNeun moderne Klassiker aus der noch jungen Geschichte des isländischen Kinos über Wikinger, deutsche Arbeitsmigrantinnen und Popsterne aus dem hohen Norden.
MUSIK!Nach der letztjährigen Sektion KUNST! trafen in diesem Jahr in der Sektion MUSIK! die Kunstformen Film und Musik aufeinander und schafften vielfältige Emotionen. Sanfte Sounds, wilde Rockstars und der musikalische Nachwuchs ließen das Kino vibrieren.
Eyes on ParisIn Kooperation mit den Deichtorhallen Hamburg präsentierte Filmfest Hamburg in dieser Sektion neun filmische Hommagen an die Seine-Metropole - von Marcel Carné bis Christophe Honoré.
16:9Fernsehen im Kino. 15 erstklassige deutschsprachige Fernsehproduktionen als Welturaufführungen auf der großen Kinoleinwand.
Michel Kinder- und JugendFilmfestIn Kooperation mit dem Kinderfilmfestival LUCAS aus Frankfurt wurden neun internationale Spielfilme für Kinder und Jugendliche präsentiert sowie eine Kurzfilmrolle für die ganz Kleinen.
Chronik Filmfest Hamburg
50er Jahre
Schon in den 50er Jahren gibt es die Hamburger „Filmtage“, „Filmwochen“ und „Kinotage“. Diese werden von der Hamburger Filmwirtschaft - allen voran die Real-Film - gemeinsam mit deutschen Verleihfirmen organisiert und ausgerichtet.
1968
Junge Filmemacher tun sich zusammen und organisieren die „1. Hamburger Filmschau“ - ein Wochenende, das als Film-Happening in die Geschichte des jungen deutschen Films eingeht.
70er Jahre
Wenige Jahre später gründen verschiedene Programmkinos aus der gesamten Republik die Arbeitsgemeinschaft Kino, die fortan ihren Sitz in Hamburg hat und dort seit 1974 die jährlichen „Hamburger Kinotage“ ausrichtet.
1979
In der „Hamburger Erklärung“ wenden sich Filmemacher, u.a. Hark Bohm, Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Wim Wenders, gegen die Fremdbestimmung des deutschen Filmes durch „Gremien, Anstalten und Interessengruppen“ und initiieren das „Filmfest der Filmemacher“.
1986
Am 29.10.1979 wird von Hamburger Filmemachern das „Hamburger Filmbüro e.V.“ gegründet, das ab 1986 das international beachtete „Europäische Low Budget Film Forum“ ins Leben ruft, eine Filmschau und Filmdiskussion unter Beteiligung damals noch unbekannter Regisseure und Produzenten wie Derek Jarman, Stephen Frears und Lars von Trier.
1991
Um Kräfte zu bündeln und knapper werdende öffentliche Finanzen effektiver einzusetzen, schließen sich das Low Budget Film Forum und die Kinotage Ende 1991 zusammen, um in Zukunft gemeinsam als „Filmfest Hamburg“ weiterzubestehen. Gründungsgesellschafter sind die AG Kino e.V. und das Hamburger Filmbüro e.V. .
1992
Unter der Leitung von Rosemarie Schatter findet Filmfest Hamburg 1992 zum ersten Mal statt.
1994
Filmproduzent Gerhard von Halem übernimmt die Festivalleitung. Dieses „neue“ Hamburger Festival ist trotz bewusster Bezüge zu den Vorgänger-Veranstaltungen etwas völlig Anderes als Kinotage oder Low Budget Film Forum. Im Zentrum stehen zwar weiterhin „junges Kino“ und der „unabhängige Film“, aber die Atmosphäre von Filmfest Hamburg ist seit 1994 wesentlich stärker von Glamour und Stars geprägt.
1995-2002
Josef Wutz ist von 1995 bis 2002 Leiter des Festivals. Unter seiner Führung wird das Festival kontinuierlich ausgebaut und etabliert sich bei Branche und Publikum als das Filmfest für Independent Filme. Darüber hinaus bietet das Festival nun auch Hamburger Fernsehproduktionen ein eigenes Schaufenster. Ebenso erhalten die Neuen Medien und deren Wirtschaftsbetriebe eine Präsentations- und Diskussionsplattform bei Filmfest Hamburg.
2003
Albert Wiederspiel wird Leiter von Filmfest Hamburg. Seitdem wird das Angebot des internationalen Films stetig erweitert. In seiner 19. Auflage 2011 präsentierte sich das Filmfest mit 151 Filmen aus 41 Ländern in sechs verschiedenen Kinos und konnte wieder rund 40 000 Zuschauer begeistern.