30. Sept. - 09. Okt. 2010

 

Über das Filmfest

Filmfest Hamburg zeigt in acht Sektionen über 140 nationale und internationale Spielfilme und Dokumentarfilme in deutscher Erstaufführung, Europapremiere oder als Welturaufführung. Das Programmspektrum reicht von cineastisch anspruchsvollen Arthouse-Filmen bis zum innovativen Mainstreamkino, von Roadmovies und Melodramen über Komödien und Western zu Splatterfilmen und Kinderfilmen.
Filmfest Hamburg präsentiert die ersten Produktionen junger deutscher und internationaler Filmemacher ebenso wie die Filme berühmt-berüchtigter Regiegiganten des Kinos und besonderes norddeutsches TV-Filmschaffen. Oscar-Preisträger wie Clint Eastwood, Jodie Foster und Michael Moore, Arthouse Filmemacher wie Aki Kaurismäki, Jim Jarmusch, Peter Greenaway, Atom Egoyan und Wim Wenders, Dogma-Gründer Lars von Trier und deutsche Regisseure wie Fatih Akin, Ayse Polat und Oliver Hirschbiegel bilden die ganze  - durchaus auch kontroverse - künstlerische Vielfalt des Festivals ab.

2010 geht das 18. Filmfest Hamburg mit folgenden Sektionen an den Start:

Nordlichter
Die Sektion „Nordlichter“ ist ein Schaufenster für Spiel- und Dokumentarfilme aus Hamburg und Schleswig Holstein, die einen entscheidenden inhaltlichen oder produktionstechnischen Zusammenhang mit Hamburg und/oder Schleswig-Holstein besitzen. Sie präsentiert Filme, in denen „Nordlichter“ und der Norden eine Rolle spielen und/oder die im Norden gedreht wurden.

Drei Farben Grün
Der Anlass für diese spezielle Sektion ist eine Auszeichnung: Hamburg ist die „Umwelthauptstadt Europa 2011“. Zur Einstimmung zeigt Filmfest Hamburg schon jetzt elf ausgewählte Dokumentarfilme aus acht Ländern zu diesem Thema und beweist, dass Umweltthemen spannend wie ein Krimi sein können.

KUNST!
Hier ist die Ausnahme die Regel. Hier wird Kunst gemacht. Filme von Künstlern, über Künstler, kleine und große Gemälde auf Leinwand.

Agenda
Diese Sektion bildet das Festivalprogramm in seiner ganzen Bandbreite ab. Sie präsentiert ein facettenreiches Spektrum politischer, gesellschaftlicher und sozialer Themen im weitesten Sinne und ihre individuelle filmkünstlerische Umsetzung.

Vitrina
Das Schaufenster für aktuelle Filmproduktionen aus spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern.

Voilà!
Voilà! präsentiert Filme, die entweder aus Frankreich oder aber aus Ländern stammen, die im weitesten Sinne zum französischen Kulturkreis gehören.

eurovisuell
Die Sektion präsentiert die größten Publikumserfolge aus verschiedenen europäischen Ländern: Worüber parlieren die Franzosen? Worüber lachen die Griechen? Wobei gruseln sich die Schweden am liebsten?

Deluxe
In dieser Reihe zeigt Filmfest Hamburg Filmklassiker aus einem jährlich wechselnden Land. Deluxe präsentiert Klassiker und Entdeckungen von den 60er-Jahren bis heute. Bisher präsentierte "Deluxe": Türkei, Österreich, Finnland, Belgien, Portugal und Neuseeland.

Strawberry Fields
Genau 50 Jahre ist es her, dass die Beatles ihren ersten Auftritt auf St. Pauli hatten. In der Sektion „Strawberry Fields“ ehrt Filmfest Hamburg 2010 die legendären Pilzköpfe mit fünf Filmen im Kino und einer speziellen Veranstaltung in den Deichtorhallen.

16:9
Fernsehen im Kino. Unter dem Titel „16:9“ werden aktuelle deutsche Fernsehproduktionen präsentiert, die Mehrzahl davon als Welturaufführung.

Michel Kinder- und JugendFilmfest
Die Kinder- und Jugendsektion von Filmfest Hamburg geht in die achte Runde und zeigt deutsche und internationale Spiel- und Animationsfilme.


Chronik Filmfest Hamburg

50er Jahre:  Schon in den fünfziger Jahren gab es die Hamburger „Filmtage“, „Filmwochen“ und „Kinotage“. Diese wurden von der Hamburger Filmwirtschaft - allen voran die Real-Film - gemeinsam mit deutschen Verleihfirmen organisiert und ausgerichtet.

1968 taten sich junge Filmemacher zusammen, die die „1. Hamburger Filmschau“ organisierten, ein Wochenende, das als Film-Happening in die Geschichte des jungen deutschen Films eingegangen ist.

70er Jahre: Wenige Jahre später gründeten verschiedene Programmkinos aus der gesamten Republik die Arbeitsgemeinschaft Kino, die fortan ihren Sitz in Hamburg hatte und dort seit 1974 die jährlichen „Hamburger Kinotage“ ausrichtete.

1979: In der „Hamburger Erklärung“ wendeten sich Filmemacher u.a.  Hark Bohm, Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Wim Wenders gegen die Fremdbestimmung des deutschen Filmes durch „Gremien, Anstalten und Interessengruppen“ und initiierten das „Filmfest der Filmemacher“.

1986: Am 29.10.1979 wurde von Hamburger Filmemachern das „Hamburger Filmbüro e.V.“ gegründet, das ab 1986 das international beachtete „Europäische Low Budget Film Forum“ ins Leben rief, eine Filmschau und Filmdiskussion unter Beteiligung damals noch unbekannter Regisseure und Produzenten wie Derek Jarman, Stephen Frears und Lars von Trier.

1991: Um Kräfte zu bündeln und knapper werdende öffentliche Finanzen effektiver einzusetzen, schlossen sich das Low Budget Film Forum und die Kinotage Ende 1991 zusammen, um in Zukunft gemeinsam als „Filmfest Hamburg“ weiterzubestehen. Gründungsgesellschafter waren die AG Kino e.V. und das Hamburger Filmbüro e.V. .

1992 fand Filmfest Hamburg unter der Leitung von Rosemarie Schatter zum ersten Mal statt.

1994 folgte der Filmproduzent Gerhard von Halem als Festivalleiter. Dieses „neue“ Hamburger Festival war trotz bewusster Bezüge zu den Vorgänger-Veranstaltungen etwas völlig Anderes als Kinotage oder Low Budget Film Forum. Im Zentrum standen zwar weiterhin „junges Kino“ und der „unabhängige Film“, aber die Atmosphäre von Filmfest Hamburg war seit 1994 wesentlich stärker von Glamour und Stars geprägt.

1995-2002 übernahm Josef Wutz das Festival. Unter seiner Leitung wurde das Festival kontinuierlich ausgebaut und etablierte sich bei Branche und Publikum als das Festival für Independent Filme. Darüber hinaus bot das Festival nun auch Hamburger Fernsehproduktionen ein eigenes Schaufenster. Ebenfalls erhielten die Neuen Medien und deren Wirtschaftsbetriebe eine Präsentations- und Diskussionsplattform bei Filmfest Hamburg.

2003 wird Albert Wiederspiel Leiter von Filmfest Hamburg. Seitdem wird das Angebot des internationalen Films stetig erweitert. Zu seinem 18. Geburtstag im Jahr 2010 präsentiert sich das Filmfest mit 140 Filmen aus über 35 Ländern in sechs verschiedenen Kinos.