Zu sechs Jahren Haft, zwanzig Jahren Berufsverbot sowie zwanzig Jahren Reise- und Interviewverbot wurden die Regisseure Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof kürzlich von der iranischen Regierung verurteilt. Diese harten Strafen erfolgen jedoch nicht, weil Panahi und Rasoulof einen kritischen Film gedreht hätten, sondern allein deshalb, weil sie die Absicht hatten, einen Film zu drehen, der der Regierung möglicherweise nicht gefallen könnte. Noch nie zuvor hat es ein solches Vorgehen gegeben.
Neben vielen anderen fordert der iranische Regisseur Rafi Pitts die sofortige Rücknahme dieses Urteils und ruft in einem Offenen Brief dazu auf, am 32. Jahrestag der iranischen Revolution für zwei Stunden die Arbeit niederzulegen: Am 11. Februar 2011 sollen zwischen 12:30 Uhr und 14:30 Uhr europäischer Zeit über nationale und politische Grenzen hinweg alle Räder still stehen.
In Solidarität mit den Filmemachern und allen anderen kritischen
Geistern im Iran sind alle Medien- und Kulturinstitutionen aufgerufen, an diesem Tag ihre
Webseiten grün einzufärben. Auch Filmfest Hamburg beteiligt sich an
dieser Aktion: Von 12:30 Uhr bis Mitternacht ist unsere Webseite grün!
Auf der
Homepage der TAZ finden Sie weitere Informationen zur aktuellen Situation im Iran und haben dort auch die Möglichkeit, den Aufruf zur Freilassung der beiden Regisseure zu unterschreiben.

The Green Movement - Mohammad Rasoulof (Mitte) neben Albert Wiederspiel während des Katerfrühstücks beim Filmfest Hamburg 2009.