27. Sept - 06. Okt


Muuuhh!

Hamburg, den 04.10.2011
Heute geht’s um grasende Kühe, den Rasen vom Millerntor und Urban Gardening in Detroit.

Nach ein paar anstrengenden Festivaltagen wird es Zeit für meditative Momente. Grasende, dösende, schmatzende Kühe bevölkern die Leinwand und entführen uns in die wunderbare Welt der Kühe bei Emanuel Gras` (der heißt wirklich so) Film Cattle. Immer wieder erfrischend für fleißige Filmegucker sind „unverbrauchte“ Drehorte. Nicht schon wieder Prenz’l Berg oder Haidhausen oder Elbvilla… Matthias Glasner entführt uns in die gruselige Gothic -Welt vom Erzgebige in Die Stunde des Wolfes.

Urban Gardening ist das neue Großstädter-Hobby und hat den positiven Effekt, dass es auch Gutes tut. Detroit, eine Stadt die lange Zeit morgens ohne Perspektive aufwachte, wird umgekrempelt, und die Menschen nehmen sich ihrer Stadt an und verbessern sich ihr Lebensumfeld. Feel inspiried! Auch von Backyard, der Reykyaviker Hinterhof wird mit den besten Sounds gefüllt, die Island derzeit zu bieten hat. Regisseur Árni Sveinsson hat viel zu erzählen.
Spätestens mit "Gerry" hat Gus Van Sant gezeigt, dass Melancholie wie ein Honigmantel süß die Seele umfließen kann. Dass tieftraurige Filme die Schönsten sein können. Dass ein Film die atemberaubendsten Geschichten erzählt, wenn er still steht. Wie in dem Augenblick zwischen Ein- und Ausatmen. Mit Restless zeigt uns Van Sant, dass die Immanenz des Todes die Brille zum wahrhaftigen Leben ist.

Vom Filmfest-Mitarbeiter zum Filmemacher, das ist Felix Grimm, der uns heute seinen Abschlussfilm der KHM Köln vorstellt, Das ganze Stadion. Ein Fußballfilm ohne Fußball und ein spannendes Experiment mit bis zu 14 gleichzeitig eingesetzten Kameras. Aufgrund der großen Nachfrage gibt es schon eine Zusatzvorstellung gleich im Anschluss an die Premiere.
Nicht verpassen sollte man heute auch die Premiere des slowenischen Films A Trip von Nejc Gazvoda, auch ein Abschlussfilm. Und auch unbedingt gucken Terri von Ken Jacobs Sohn Azazel. Und aus Israel kommt heute Eran Kolirin, der mit "Die Band von Nebenan" das Publikum begeisterte. The Exchange hat eine ganz andere Farbe und erzählt von einem Mann, der wie ein Tourist sein eigenes Leben betritt.

Im Festivalzentrum legt heute Michelle-Records auf, ab 21 Uhr heißt es da "Ears on Paris".
Habt einen schönen Filmfest-Tag!