Die Preisverleihung fand im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung von Filmfest Hamburg im ausverkauften CinemaxX Dammtor statt. Insgesamt wurden am Abend sieben Preise vergeben. Drei weitere Preise waren schon während der Laufzeit von Filmfest Hamburg überreicht worden. Durch den Abend führte die Moderatorin Julia Westlake.
1.) Art Cinema AwardDer Gewinner: „Nowhere Boy“ (Regie: Sam Taylor-Wood, Großbritannien, Kanada)
Aus der Begründung der Jury:
„Der Regisseurin gelingt es, ohne übertriebene Anspielungen auf dessen spätere Prominenz, den Zuschauern einen jungen Menschen nahe zu bringen, der zwischen Rebellion, Musik und dem Wunsch nach Verständnis und Geborgenheit seine eigene Identität sucht. Hervorzuheben ist dabei insbesondere die durchdacht liebevoll gewählte Ausstattung des Sets vor dem Hintergrund „Ende der 50er Jahre“.
Vergeben wird der Preis bereits zum dritten Mal vom internationalen Verband der Filmkunsttheater (C.I.C.A.E.) Die Jury besteht aus drei Kinobetreibern: J. François Merle (FR, Multicine), Greta Akcijonaite (Litauen, Kinopask) und Jürgen Volmer (DE, Kino am Kocher). Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein begleitet den Preis mit einer Summe von 5.000 Euro und fördert damit PR-Maßnahmen des deutschen Verleihs. Nominiert waren 14 Filme.
2.) Preis der Hamburger Filmkritik Der Gewinner: „Pulsar“ (Regie und Drehbuch: Alex Stockmann, Belgien)
Aus der Begründung der Jury:
„Pulsar ist ein Film, der von der ersten Minute an fesselt. Weil er zutiefst verunsichert – und dann wieder rührend komische Momente folgen lässt. Stimmungen sind hier so flüchtig wie Herbstblätter im Wind“. Der Film ist sehr dezent erzählt und zwingt uns genau hinzusehen, damit wir das Beste nicht verpassen.“
Zu der Jury gehörten Karolin Jacquemain (Hamburger Abendblatt), Dr. Jens Büchsenmann (NDR 90,3), Matthias Schmidt (Stern) und Martin Wolf (Der Spiegel)
Die Nachrichtenmagazine „Der Spiegel“ und „Stern“, die Tageszeitung „Hamburger Abendblatt“ und der Radiosender „NDR 90,3“ vergeben diesen Preis seit 2004 an einen Film, der sich durch einen originellen Blick auf die Gegenwart auszeichnet. Nominiert waren zwölf Filme.
3.) Foreign Press AwardDer Gewinner: “Beyond” (Regie: Pernilla August, Schweden)
Aus der Begründung der Jury:
„Die Thematik des Films – die innere Heimatlosigkeit der Hauptdarstellerin, Armut und Gewalt in der Familie, und nicht zuletzt die Ignoranz des sozialen Umfelds – hat uns sehr bewegt. Auch die schauspielerischen Leistungen und die besondere Erzählperspektive aus der Sicht der Kinder verdienen den diesjährigen Foreign Press Award.“
Zum zweiten Mal verliehen vier Vertreter des Vereins der ausländischen Presse in Deutschland (VAP e.V.) diesen Preis. Zu der Jury gehören: F. Thibaut (Radio France Internationale, Frankreich), Eldad Beck (Jedi’ot Acharonot, Israel), Laura Lucchini (El Pais/L.’ Unità, Italien), Andrea Schüßler (Freie Korrespondentin, USA). Das Votum der deutschen Jury wird so um eine internationale Perspektive erweitert. Nominiert waren dieselben zwölf Filme wie für den Preis der Hamburger Filmkritik.
4.) Die Elfe Der Gewinner: „Shrouds“ (Regie und Drehbuch: Shalom Hager, Israel)
Aus der Begründung der Jury:
„Unglaublich dicht, und mit einer selten gesehen Ruhe und Intensität erzählt dieses Debüt die Geschichte eines Mannes, der versucht, den Tod seines Babys zu bewältigen, indem er sich als Leichenwäscher verdingt, um so seine Schuld zu verarbeiten. Shalom Hager ist es sehr eindrucksvoll gelungen, einfühlsam und würdevoll sich dieses schwierigen Sujets anzunehmen und es auch hervorragend umzusetzen.“
Dieser Nachwuchspreis wird seit 2008 vergeben. Die Jury bestand aus Charlotte Schwab (Schauspielerin), Uriz von Oertzen (Musik-Manager) und Inga Busch (Schauspielerin). Nominiert waren insgesamt zwölf Filme. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird von einer der führenden Werbefilmproduktionen Europas, der Neue Sentimental Film Hamburg GmbH (NSF), zur Verfügung gestellt. Nominiert waren ebenfalls zwölf Filme.
5.) Häagen-Dazs PublikumspreisDer Gewinner: „Oldboys“ (Regie und Drehbuch: Nikolaj Steen, Dänemark)
Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Abgestimmt haben über 800 Zuschauer per Stimmzettel. Die Frage hieß: Welcher europäische Box-Office-Hit in der Sektion „Eurovisuell“ ist der beste?
6.) Montblanc Drehbuch-PreisDer Gewinner: „Pete the Heat“ (Regie und Drehbuch: Henna Peschel)
Aus der Begründung der Jury:
„Eine Kiezgeschichte aus Hamburg, mit Witz, Poesie und Action, drastisch und zärtlich und nie seine Protagonisten verratend – das ist „Pete the Heat“. Alles andere als perfekt durchkomponiert, aber lebendig, schrill und frech – auf öffentlich-rechtliche Zweitverwertung und Förderung schon im Entwurf der Geschichte pfeifend. Aber mit dem Frauenbild, lieber Henna, muss etwas passieren. Unser Vorschlag: Arbeite länger an einem Buch und tu dich zusammen mit einer begabten jungen Autorin.“
Dieser Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird in der Sektion „Nordlichter“ vergeben, gemeinsam mit dem Hamburger Traditionsunternehmen Montblanc. Insgesamt waren sechs Produktionen nominiert. In der Jury saßen Monika Treut (Regisseurin), Dr. Gabriele Kreis (Autorin, Regisseurin) und Heinz Strunk (Autor).

Preisträger Henna Peschel links neben Moderatorin Julia Westlake
Bereits am Nachmittag war der Michel Award verliehen worden.
7.) Michel Award vom Michel Kinder- und JugendFilmfestDer Gewinner: „Spork“ (Regie: J.B. Ghuman Jr., USA)
Aus der Begündung der Jury:
„In diesem Film geht es um eine Schülerin, die sich selber nicht ganz sicher ist, ob sie ein Junge oder ein Mädchen ist. Der Film ermöglicht auf einzigartige Weise über ein schwieriges Thema zu reden. Wir alle haben so einen Film noch nie gesehen. Er erzählt eine Geschichte, über die es sich lohnt nachzudenken. Außerdem wollten wir, dass dieser Film in die Kinos kommt.“
Die Preisverleihung übernahm Thorsten Flassnöcker, Producer bei Zieglerfilm Köln GmbH. Seine Firma stellte das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro zur Verfügung. Der Regisseur bedankte sich per Videobotschaft aus den USA. Insgesamt waren sieben Filme im Wettbewerb. Anwesend war auch die Schirmpatin Chantal de Freitas, leider ohne ihren Mann und zweiten Schirmpaten Kai Wiesinger. Er musste zu Dreharbeiten nach Berlin. Den Gewinner hatte eine Kinderjury ausgewählt: Mit dabei waren: Matteo Lehmann, Max-Milan Stoyanov, Lissy Böttger, Karla Riebartsch, Katharina Lux, Luca Henning und Robby Less.
Die folgenden Preise wurden bereits im Laufe von Filmfest Hamburg verliehen:
8.) TV Produzentenpreis:Der Gewinner: „Etwas Besseres als den Tod“ (Regie: Nicole Weegmann). Nominiert waren 16 Filme. (Siehe Pressemitteilung von: 8.10.2010)
9.) Studentenwettbewerb:Der Gewinner: „Hamburg Wildlife“ (Team: Gido Griese, Jens Lorenz). Teilgenommen hatten drei Studententeams. (Siehe Pressemitteilung von: 8.10.2010)
10.) Douglas Sirk Preis:ging an : Julian Schnabel, USA (Sein Film „Miral“ lief in der Sektion KUNST!) (Siehe Pressemitteilung von: 25.8.2010)
Anschließend zeigte sich Festivalspielleiter
Albert Wiederspiel zufrieden über den Verlauf von Filmfest Hamburg: „Wir sind das erste Mal in den Schulherbstferien gelaufen. Es scheint so, als hätte uns das gut getan. Auf den ersten Blick sind die Zuschauerzahlen jedenfalls im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Wir bleiben also bei diesem Termin auch im nächsten Jahr: Zwischen dem
29. September und 8. Oktober 2011 sehen wir uns bei Filmfest Hamburg wieder.“