Sept 27th - Oct 6th


Iranische Regisseure Panahi und Rasoulof zu sechs Jahren Haft verurteilt

Hamburg, Dez. 21st 2010
Wegen seiner Kritik an der Regierung ist der iranische Regisseur Jafar Panahi zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.
Panahi müsse wegen "Propaganda gegen das System" ins Gefängnis, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Isna seine Anwältin Farideh Gheirat am Montag. Zudem dürfe er in den kommenden 20 Jahren das Land nicht verlassen, keine Filme drehen, keine Drehbücher schreiben und keine Interviews geben. Iranische Sicherheitskräfte hatten den preisgekrönten Berlinale-Regisseur Anfang März verhaftet.
Panahi ist ein Anhänger des Oppositionsführers Mirhossein Mussawi. Der Filmemacher war damals in seinem Haus vor den Augen seiner Frau, Tochter und 15 Gästen festgenommen worden. Im Februar war Panahi die Ausreise zur Berlinale verweigert worden, wo er als Ehrengast geladen war. Der Regisseur hatte den Ausgang der umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Sommer vergangenen Jahres kritisiert. Panahi gewann unter anderem 2000 den Goldenen Löwen in Venedig für seinen Film "Der Kreis" sowie 2006 den Silbernen Bären in Berlin für "Offside". (Reuters)
Auch Mohammad Rasoulof wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Beide waren mit ihren Filmen "The Mirror" (1997),"Der Kreis" (2000), "The Accordion" (2010) und "Iron Island" (2005) und "The White Meadows" (2009) zu Gast bei Filmfest Hamburg und sind geschätzte Freunde.